Rezension Collosus

Avantgarde/ Exzentrik

Poets Cry: Awakening!
Awakening von Poets Cry ist sicher eines der seltsamsten Alben, die demnächst veröffentlicht werden. Auf der Scheibe gibt es Kompositonen zu hören, die schon aus dem Jahr 1928 stammen und ein Teil der Lyrics stammt aus dem Werk von Schriftstellern wie Dylan Thomas, Theodor Fontane und Georg Trakl. Musikalisch gesehen ist es schwierig das Album in eine Kategorie einzuordnen, auf jeden Fall sind aber kaum gewöhnliche Rock-Einflüsse darauf zu hören. Zum großen Teil scheint die Musik synthetisch produziert zu sein und die wichtigste Sache bei diesem Album sind die Songtexte. Der Sänger singt in einem etwas gebrochenem (o. dialektischem?) Englisch, was eine etwas altertümliche und düstere Atmosphäre schafft. Wenn man unbedingt irgendwelche Parallelen zu anderen Künstlern ziehen möchte, so kommt einem noch am ehesten die Musik von Yello in den Sinn. Es gibt auf dem Album sogar ein Jazz-Stück von Thelonius Monk und auch klassische Einflüsse sind reichlich zu finden, ganz zu schweigen von der verrückten Kraut-Rock-Stimmung die immer wieder einfließt. Wenn man mal eine völlig andere Art von Musik sucht, wird man diese auf diesem Album sicher finden.


Copyright: Collosus (Musik Magazin Helsinki/ Finnland) Raimo Eurasto
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